Blutegeltherapie

Das Wichtigste in Kürze
Blutegel - Heilpraktikerin Petra Linnenbrügger, 33790 Halle
Blutegel

Egel kommt nicht von Ekel!

Der Einsatz von Blutegeln kann bei akuten Sportverletzungen, Venen- und Krampfaderleiden sowie bei lokal begrenzten Entzündungen durchaus auch im Sinne der Schulmedizin sehr hilfreich sein. Die Blutegeltherapie ist eine altbewährte Behandlungsmethode, die oftmals erstaunliche Besserung/Linderung bringen kann.

Anwendung und Wirkung
Blutegel - Heilpraktikerin Petra Linnenbrügger, 33790 Halle
Blutegel

Die Egeltherapie hat im naturheilkundlichen Bereich ein festes und überschaubares Anwendungsgebiet bei

  • akuten Infektionen und
  • lokalen Entzündungen.


Der Biss des Egels wirkt schmerzlindernd an der Bissstelle sowie lokal entzündungshemmend, antibakteriell und blutverdünnend. Die Wirkstoffe, die der Egel während des Bisses abgibt, wirken unter anderem positiv auf die Fließeigenschaften des Blutes sowie den Lymphfluss ein.

Zur Anwendung kommen Blutegel bei:

  • rheumatischen Erkrankungen
  • Arthrose (Gelenkverschleiss) und Arthritis (Gelenkentzündung)
    Sehnenscheidenentzündung
  • Tennisellenbogen
  • Bandscheibenvorfall
  • Bänderdehnungen mit Bluterguss und Ödemen (Schwellungen)
  • hartnäckige und therapieresistente Verspannungen
    und Myogelosen (Verhärtungen) im Bewegungsapparat
  • Herpes Zoster (Gürtelrose)
  • Krampfadern
  • Venenentzündungen
  • Ulcus cruris (Offenes Bein)


Wann darf eine Blutegeltherapie nicht angewendet werden?

  • in der Schwangerschaft und in der Stillzeit
  • bei Eisenmangel und Blutarmut
  • bei Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten wie ASS, Heparin, Marcumar oder Immunsupression (d.h. medikamentöse Unterdrückung der körpereigenen Abwehrkräfte z.B. wegen Organtransplantationen)
  • bei dialysepflichtigen Patienten
  • bei schweren bzw. chronischen Organerkrankungen,
    Immunschwäche, HIV, Hepatitis (Leberentzündung)
  • bei akuten fieberhaften Erkrankungen
  • bei untergewichtigen Personen
  • bei Allergikern
Behandlungsablauf
Blutegel - Heilpraktikerin Petra Linnenbrügger, 33790 Halle
Blutegel

Zunächst vereinbaren wir einen Termin für ein Vorgespräch. Dabei lernen wir uns kennen, ich untersuche die zu behandelnde Stelle und kläre Sie umfassend über alle Möglichkeiten und Risiken auf. Sie haben ausreichend Zeit, Fragen zu stellen, die Blutegel vor Ort anzuschauen und sich mit mir, der Praxis und der Behandlungsmethode vertraut zu machen.

Dann vereinbaren wir einen Termin für die Egelbehandlung. In akuten Fällen kann das sehr kurzfristig sein, bei chronischen Fällen erfolgen Egelbehandlungen jeweils innerhalb von 5 Tagen nach Vollmond.

Am Tag der Behandlung werden die Blutegel gezielt von mir an die erkrankte Stelle gesetzt. Der Biss des Egels wird je nach Schmerzempfinden des Patienten und abhängig von der Körperstelle als wenig bis mäßig schmerzhaft empfunden. Da der Egel mit dem Biss schmerzlindernde Sekrete in die Bissstelle absondert, lässt der Schmerz nach ca. 5 bis 10 Minuten nach. Die Behandlung dauert ca. 1,5 bis 2,0 Stunden und ist beendet, wenn der Egel seinen Saugakt beendet und von alleine abfällt. Danach verbinde ich die Bissstellen und Sie können abgeholt werden. Am Tag der Behandlung sowie an den beiden darauffolgenden Tagen sollten Sie sich schonen. Am nächsten Tag gibt es ein Nachsorgetelefonat, damit ich mir ein Bild über den Verlauf der Behandlung machen kann. Die Krusten an den Bissstellen heilen innerhalb von 8 bis 10 Tagen ab.

Der Egel, das unbekannte Wesen

"Hirudo medicinalis" und "Hirudo verbana" heißen die beiden Arten der Blutegel, die in der Medizin verwendet werden. Die Unterscheidung der beiden liegt nur in der Zeichnung der Tiere, die Wirkung ist die gleiche.

Der Egel ist kein Wurm, auch wenn er sich wie einer bewegt. Zoologisch gesprochen gehört er zu den Ringelwürmern (Anneliden) und ist ein naher Verwandter des Regenwurms. Der Begriff "Egel" kommt aus dem Griechischen und wird vom Wort "echis" abgeleitet, was im althochdeutschen Sprachgebrauch mit "kleine Schlange" oder "Blutschlange" zu übersetzen wäre. Zoologisch ist diese Erklärung jedoch unhaltbar.

Im europäischen Sprachgebrauch gibt es sehr unterschiedliche Bezeichnungen: Im Englischen zum Beispiel "leech" = Heiler. Hier zeigt sich schon in der Begrifflichkeit ein viel positiveres, angenehmeres Bild als in Deutschland.

Der Blutegel

  • ist extrem geräusch- und lichtempfindlich
  • hat am vorderen Teil einen Saugnapf
  • hat 240 Zähne
  • nimmt beim Saugakt bis zum 3-fachen seines eigenen Körpergewichts auf
  • sucht immer nach der leichtesten Möglichkeit für den Biss
  • und wird daher vom Therapeuten gezielt angesetzt
  • saugt sich nach erfolgreichem Biss an der Einsatzstelle
    mit dem Hinterteil an der Haut fest
  • ist extrem dehnbar
Geschichte und Herkunft

Bei der Egeltherapie handelt es sich um die älteste Heilmethode der überlieferten Medizingeschichte. Die ältesten Überlieferungen stammen aus der indischen Medizingeschichte 100-600 Jahre vor Christus. In Europa findet man von der Antike bis ins 19. Jahrhundert immer wieder Überlieferungen und Schilderungen zu dieser Heilmethode. Basis der Anwendungen war die so genannte "Säftelehre", die davon ausging, dass der Ursprung aller Krankheiten in den Säften des Körpers und deren Ungleichgewicht liegt.

Im 18. und 19. Jahrhundert kam es dann zu übertriebenem Einsatz der Blutegel, der die Patienten durch zu häufiges Ansetzen von Egeln schwächte. Dadurch kam die Egeltherapie in Verruf.

Um 1850 wurde die Egeltherapie rückläufig, wahrscheinlich auch deswegen, weil die Egel ausgerottet waren durch das Zeitalter des "Vampirismus" (Zeit, in der Blutegel zu häufig am Patienten verwendet wurden und viele Misserfolge zu verzeichnen waren). Teuer und aufwändig mussten Egel aus Mittelasien per Schiff importiert werden.

Hinzu kam, dass durch die Entdeckung der Bakterien ein neues Zeitalter in der Medizin begann. Egel konnten nicht desinfiziert und nicht sterilisiert werden und stellten nach damaliger Ansicht ein Risiko dar. Durch diese Entwicklung verschwanden die Blutegel aus dem Klinikalltag und den Lehrbüchern angehender Ärzte.

Eine Renaissance erlebte die Anwendung 1884 durch Haycrafts, der die blutgerinnenden Substanzen isolieren und nachweisen konnte. Somit zog der Egel wieder in die Therapiemöglichkeiten insbesondere der Naturheilkunde ein. Einen weiteren Aufschwung erlebte die Egeltherapie in den 1920er Jahren durch den naturheilkundlichen Arzt B. Aschner, der sich an die alten Ausleitungsverfahren (Entgiftungsverfahren) erinnerte und diese therapeutisch einsetzte (Die Entwickler werden nicht erwähnt, um mit ihnen zu werben, sondern nur, damit Interessierte die Methode nachvollziehen können.):

  • Aderlass
  • blutiges Schröpfen
  • Blutegeltherapie

Als sich dann nach dem Zweiten Weltkrieg die Stoffe Heparin und Marcumar als blutverdünnende Medikamente durchsetzten, geriet der Egel wieder weitgehend in Vergessenheit.

Allgemeine Hinweise

Blutegel zur medizinischen Anwendung sind Fertigarzneimittel im Sinne des Arzneimittelgesetzes (§2 Abs. 1 Nr. 1) und unterliegen somit strengen Vorgaben und Qualitätskontrollen. Weitere gesetzliche Informationen zur Blutegeltherapie finden Sie unter: www.blutegel.de

Die Therapie mit Blutegeln wird von der evidenzbasierten Medizin, landläufig Schulmedizin genannt, zum Teil anerkannt. Aber nicht alle Anwendungsgebiete, die in der Naturheilkunde genutzt werden, finden die Zustimmung der Schulmedizin. Fragen Sie mich!